Autor Thema: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"  (Gelesen 3370 mal)

Lothar Gutjahr

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Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« am: 2011-05-08 18:55:51 »
Hallo Fotofreunde,

vor Kurzem erwähnte ich die Möglichkeit ein langes Telezoom mittels Retroadapter an eine Kamera anzubauen. Heute habe ich das zum Testobjekt für meine kleine Exkursion gemacht. Zunächst ein Bild mit dem angebauten "Ofenrohr". Der zweistündige Ausflug brachte meine Bedenken auf den Punkt. Gerademal eine kleine Spinne, welche sich per Balloning an meinem Berlingo festgesetzt hatte und mit dem  Ofenrohr freihand fotografiert wurde KL 1 mm. Auf der eigenen Terasse dann wenigstens die junge Kreuzspinne.

Dann zum Objektiv erst mal ein Blick in die Ferne und vom Gleichen Punkt ein Schwenk in den Nahbereich aus 1 m Entfernung. Das Netz dann noch einmal aus etwa 50 cm Entfernung. Das Objektiv wurde für alle diese Aufnahmen unverändert gelassen und nur im Brennweitenbereich verstellt. Wenn man den Makrobereich einschaltet, lässt es sich aus 7 bis 15 cm Entfernung einsetzen wie bei der jungen Kreuzspinne geschehen.
Nachdem die ganzen Aufnahmen etwas flau scheinen, wurde die schwere Anordnung vom Hamastativ genommen und auf das Ganzmetallstativ von Linhoff umgesetzt und der Zuwachs an Schärfe ist nicht zu übersehen. ( Sandputz bei maximaler Vergrößerung)

Soviel zu dieser Spielerei. So ein Telezoom aus der manuellen Zeit kauft man am besten samt Kleinbildkamera für wenige Euro. Der Retroadapter zur digitalen Kamera sollte natürlich verfügbar sein und mit weiteren Gewindeadaptern kann man dann auf das Filtergewinde des Objektivs anpassen. Das Tamron 80 bis 250 mm ist zum Glück kein Schiebezoom und somit gut einstellbar.

Das soll keine Aufforderung zum Nachmachen sein, sondern ein kleiner Ausflug in etwas exotische Makrofotografie.

Noch schönen Sonntag

Lothar
Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. Konfuzius

Martin Lemke

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #1 am: 2011-05-10 15:27:52 »
Na, ja. Die fotografischen Erfolge sind ja eher bescheiden ausgefallen. Es lohnt anscheinen eher ein Macroobjektiv zu kaufen und dann mit Zwischenringen zu experimentieren.

Martin
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DAS waren noch Zeiten: Norwegen 2011.

Lars Friman

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #2 am: 2011-05-10 21:11:31 »
Moin, meine freihändige Pocket-Digi-Bilder sind (t < 2 cm, auch ohne Zwischenringe) auch nicht viel schlechter.
Lars Friman

Lothar Gutjahr

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #3 am: 2011-05-10 21:37:55 »
Nun ja,

ich will ja gar kein Lob und das wackelige Hamastativ liegt inzwischen auch beim Schrott. Ich war halt als Experimentator etwas berauscht von der Tatsache, dass es möglich ist mit einem einzigen Objektiv sowohl von unendlich bis in den Makrobereich größer 1:1 durchgehend arbeiten zu können.
Das kann bei passender Neuberechnung durchaus eine sinnvolle Neuentwicklung werden.

Tut mir Leid euch damit gelangweilt zu haben.

Gruß Lothar
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pfeiffer

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #4 am: 2011-05-10 21:54:51 »
Tut mir Leid euch damit gelangweilt zu haben.

Lothar, unser "misunderstood (aber geschätzter) inventor"... :-)

Jörg

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #5 am: 2011-05-10 22:08:38 »
Moin Lothar,

langweilen tust Du uns (zumindest mich) ganz und gar nicht! Aber diese Ofenrohr-Spielereien überzeugen mich qualitativ auch nicht. Und mit einem Standard-Makroobjektiv kommt man auch (bei durchgehend ausgezeichneten Ergebnissen) von unendlich bis 1:1.

Was mich aber noch interessieren würde: Hast Du schonmal mit Shift-Objektiven bzw. Shift-Balgengeräten experimentiert, die das Scheimpflugsche Prinzip der Schärfendehnung ausnutzen? Ich glaube, gerade mit Balgengeräten (da die Dinger keine eigene Optik haben) könnte ein begnadeter Tüftler und Bastler wirklich noch einiges reissen ;-)

Jörg

Lothar Gutjahr

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #6 am: 2011-05-11 12:20:42 »
Hallo Jörg,

das liegt schon ein paar Jahre zurück, da hatte ich die Stativkamera "PECO Junior 6 x9 cm". Das ist eine Anordnung von zwei auf einer Schiene gegeneinander verschiebbar angeordenten Standarten, welche mit einem Balgen verbunden sind. Die vordere trägt das Objektiv und die hintere wahlweise die Mattscheibe, eine Plattenkasette oder wie bei mir eine 6 x 9 Rollfilmkasette.

Diese Standarten sind jeweils schwenk-und kippbar so wie zusätlich in der Höhe verstellbar. Damit kann man problemlos nach Scheinpflug arbeiten.

So habe ich zum Beispiel einige Münzen auf die Strasse gelegt, die Kamera im Stativ nach unten gehängt knapp über dem Boden auf dem Bauch liegend mit dem schwarzen Tuch über dem Kopf das Bild auf der Mattscheibe eingestellt. Der Tiefenunterschied auf der Filmebene zwischen unendlich und vor der Kamera betrug cirka 4 cm. Nun kann man die Filmebene entsprechend kippen um den Strahlengang so zu verteilen, dass sowohl die Münzen als auch die am Horizont befindliche Landschaft gleichzeitig scharf abgebildet wird. Lustig wird das wenn zwischendrinn´zum Beispiel ein frisch gepflügter Acker liegt, welcher aus der Ideallinie hervorragt. Der wird unscharf abgebildet und da dahinter und davor alles scharf gezeigt wird entsteht der Eindruck der Bewegungsunschärfe.

Alles andere wie Shiftobjektive oder Balgengeräte kann nur einen kleinen Teil der mit so einem Standartensystem machbaren Entzerrungen bewirken.
Ich habe in den späten 70.ern für den Herderverlag mit der PECO Junior große Gemälde in schwarzweiß reproduziert und mit Leiter und Stativ auch an nahezu unzugänglichen Stellen dank dieser Entzerrmöglichkeit "Frontalaufnahmen" erzielt. Leider habe ich die PECO Junior vor unserer Auswanderung nach Griechenland mit vielem anderen verkauft. Heute trauere ich der nach aber nur ein bischen. Denn solcherlei Gerät nimmt Platz weg und wird dann nach einigen erfolgreichen Experimenten in erster Linie dazu dienen besser zu schlafen. Ähnlich geht es mir mit dem Raster welches auch noch viele Stunden Arrbeit einfordert. Meine Vorstellungen, was man alles paralell angehen und beackern kann hat inzwischen ein wenig den Dämpfer erfahren, dass der Zahn der Zeit halt doch Veränderungen im Verhalten bewirkt und man nicht mehr alles tun kann was man gerne möchte.

LG Lothar
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Jörg

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #7 am: 2011-05-11 17:30:02 »
Hallo Lothar,

das klingt interessant! Hast Du noch ein paar der Münzen-Horizont-Fotos?

Ich hatte früher, zu Analog-Zeiten, mal mit dem Gedanken gespielt, mir so ein Shift-Balgengerät von Novoflex zu kaufen (die gibt´s immer noch: http://www.fotomayr.de/webkat98/homepage.php?/html/003921.HTM), aber irgendwie waren mir die Dinger dann doch zu spillerig und zu klein. Man müßte sich da mal was Großes, Reelles zusammenbasteln. Nur leider habe ich dazu keine Möglichkeit. Ich habe einen Hammer und eine Kombizange... schätze mal, da komme ich nicht weit mit ;-)

Jörg

PS: Wie sieht es eigentlich an der REM-Front aus? Hast Du das Ding schon wieder flott?

Lothar Gutjahr

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Re: Spielerei mit Tamron "Ofenrohr"
« Antwort #8 am: 2011-05-11 23:17:39 »
Guten Abend Jörg,

ich war schon in Versuchung so eine Stativkamera in ebay zu jagen. Aber offensichtlich gibt es da Sammler und Dekoliebhaber , die ein schönes Geld für die Dinger hinblättern.

Leider gibt es aus der Zeit vor 1984 fast nichts aus meinen Beständen. Anlässlich einer Trennung ohne gegenseitiges Einvernehmen hatte ich keine Gelegenheiten mehr an meine Sachen zu kommen, nachdem ich das gemeinsame Haus erst mal verlassen hatte. Aus der Anfangszeit leider auch nicht. Das ging alles in Aachen verloren. Dort hatte ich während eines mehrjährigen USA Aufenthalts meine "Schätze" bei meiner Vermieterin im Keller untergestellt und 1969 bei meiner Rückkehr haben die Erben mir erklärt, dass da nichts war, wie sie das Haus übernommen haben. Aber mitnehmen kann man das ja sowieso nicht und so bleibt lediglich die Erinnerung.

In ebay ist gerade eine stark verbastelte Peco Junior ohne Rückteil und ohne Objektiv :

http://cgi.ebay.de/Plaubel-PECO-Junior-4x5-Inch-9x12cm-Kamera-/190531933572?pt=DE_Foto_Camcorder_Analogkameras&hash=item2c5c969584

wenn die preislich unten bleibt, wäre das eine Ausgangsbasis. Ich gehe aber nicht mehr drann.

Das REM wartet auf einige Stunden Arbeit und ist eine meiner Baustellen, die mir momentan etwas weh tun, nachdem ich gemerkt habe, dass man mit 70 nach einem Schlaganfall gar keine Chance hat, so zuzulangen, wie man es gerne möchte. Dementsprechend überlege ich derzeit intensiv, wie ich mein vielfältiges Programm straffe und was dabei über den Jordan gehen muss.

Heute habe ich übrigens einem 8 Zoll Lautsprecher die Mebrane durchtrennt und das eigentliche Chassis weggeflext. Übrig bleibt der relativ flache Magnet mit dem Tauchspulsystem und eine kleine Halbschale ( Zentrum der ehemaligen Membrane) Das Ding lässt sich mit Gleichspannung auf und ab positionieren und kann maximal 18 mm Weg machen. Nun kannst du raten, ob das in Kürze im thread über stacking und Helicon als neuer Beitrag kommt.Grins.

LG Lothar
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